
Traditionelle, konventionelle Mittel und Wege wurden in den vergangenen Jahren gewählt, um in der Versicherungswirtschaft Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu ergreifen.
Doch der deutlich spürbare Druck auf die internationale Assekuranz, aufgebaut durch deregulierte Märkte, steigende Konsolidierung durch zunehmende M&A-Prozesse und stetig wachsende Globalisierung verlangen nach innovativen Lösungen.
Wie kann das Versicherungsunternehmen, wie können die Versicherungskonzerne bereits heute auf die wachsenden Herausforderungen angemessen reagieren? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden um sich langfristig und nachhaltig den wandelnden Herausforderungen und Chancen stellen zu können?
Diese Fragen stellten sich die Manager der griechischen Assekuranz Ende Mai 2007 in Athen...

Durch die Dynamik des Wandels in der europäischen Assekuranz hat „Industrialisierung“ als Lösung und Zukunftschance deutlich an Bedeutung gewonnen. Versicherungen stehen vor der Herausforderung, sich zur Optimierung ihrer Wertschöpfungskette von traditionellen IT-Konzepten zu trennen. Der Schlüssel zu Erfolg und Wachstum liegt im Einsatz integraler Back-Office-Systeme, durch die Versicherungsunternehmen nicht nur flexibel, sondern auch schnell auf Marktanforderungen reagieren können. Zusätzlich lassen sich hierdurch der Aufwand und Kosten einer ganzheitlichen IT senken. Das ermöglicht wieder die Konzentration auf das Kerngeschäft.
Die langjährigen Kooperationspartner Christoph Thiel (Managing Director, ALICE Software Service GmbH) und Jean Marie Bollen (Managing Director, Hamburg-Mannheimer N.V.) luden im November 2006 die belgische Versicherungs-wirtschaft in die Zentrale der Hamburg-Mannheimer nach Brüssel ein. Neben dem belgischen Versicherungsverband Assuralia, vertreten durch Herrn René Dhondt (Vorstandsmitglied) waren weitere Interessenten wie z.B. Winterthur, Mercator oder Aviabel vor Ort und informierten sich über „Trends, Herausforderungen und Lösungen in der Versicherungswirtschaft“, so das Motto der Veranstaltung.
Veränderungen erkennen und nutzen
Wim Vanderstraeten (Manager und Partner der PKF Consulting MCS, Belgien) verschaffte den Teilnehmern zu Beginn einen Überblick über Trends und Herausforderungen der Versicherungswirtschaft. „Der Markt ändert sich rasant und die Progressivität der Konkurrenz steigt. Es verbleibt zunehmend weniger Zeit die ‚Änderungen’ zu adaptieren. Folglich hängt der Erfolg einer Versicherung vom Grad ihrer Flexibilität ab.“
Die richtige Wahl der Werkzeuge (z.B. Six Sigma) und Systeme (z.B. integrale Standardsoftware) zur Nivellierung und zur Steuerung der sich ändernden Geschäftsprozesse wird sich nach Meinung des Experten mit als entscheidender Baustein für den langfristigen Erfolg eines Versicherungsunternehmen herausstellen.
Komplettlösung aus einem Guss
Über den Einsatz von Standardsoftware und über die spezifischen Anforderungen an eine Standardlösung für den Versicherungsbetrieb berichtetete Jef Glassée (IT-Leiter, Hamburg-Mannheimer, Belgien). Mit dem Implementierungsbeginn von ALICE in 2001 konnte bereits Ende 2002 die erste „Leben-Police“ in dem neuen Back-Office-System der HMB angelegt werden. Es folgten innerhalb kürzester Zeit die Migration der Altbestände in das neue Bestandsführungssystem sowie sukzessive die Erweiterung der Produktpalette. Seit Ende 2003 werden alle Leben- und Sachprodukte der HMB in dem Bestandsverwaltungssystem ALICE geführt. Mit der Unterstützung von ALICE sieht sich die HMB in der Lage, neue Produkte innerhalb weniger Wochen abzubilden und am Markt zu platzieren.
Multivertriebskanäle als Chance
Die Assekuranz nutzt, neben Agenten und Maklern, zunehmend Multivertriebskanäle, um sich nachhaltiges Wachstum zu sichern. Die notwendig gewordene Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Marktgegebenheiten, wie zum Beispiel beim Direktvertrieb über das World Wide Web, intensivieren den Anforderungsdruck. Frau Rosinda Heix (Senior Consultant, ALICE Software Service GmbH) demonstrierte den Teilnehmern die Vorzüge eines integralen Portfolio Management Systems am Beispiel einer Internet-Lösung als Multivertriebsplattform für ein Versicherungsunternehmen. Sie unterstrich mit ihrem Beitrag die Notwendigkeit von releasefähigen Softwarelösungen, die sich kontinuierlich um neue technologische Funktionalitäten erweitern.
Internationale IT-Strategie mit nur einer Lösung
Die VICTORIA-VOLKSBANKEN in Wien standen vor einer besonderen Herausforderung. Dem aktuellen Trend der Globalisierung folgend, benötigten sie ein übergreifendes Back-Office-System, das langfristig auch als ASP-Lösung für ihre Tochtergesellschaften in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Slowenien und seit neuestem auch in Kroatien eingesetzt werden konnte. Johann Mayer (Leiter „Leben“ bei den VICTORIA-VOLKSBANKEN, Wien) gab hierzu dem Auditorium einen Einblick in Einsatz und Leistungsmerkmale von ALICE als zentrales Hostsystem im Rahmen der globalen IT- und Geschäftsstrategie der VICTORIA- VOLKSBANKEN. Herr Mayer stellte heraus, dass sich die neue Lösung insbesondere an die länderspezifischen Komponenten (unterschiedliche Sprachen und Währungen) und an die charakteristischen Besonderheiten (unterschiedliche Prozesstiefe) der jeweiligen Versicherungsunternehmen anpassen musste. In ALICE fanden die VICTORIA-VOLKSBANKEN die Antwort auf ihre Fragen und Bedürfnisse.
Veränderung der Wertschöpfungskette
Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmer intensiv über die künftigen Industrialisierungstendenzen und ihre Konsequenzen. Nach Ansicht von Dominic Testrut (Director Business Development, ALICE Software Service GmbH) ist eindeutig erkennbar, dass es einen ähnlichen standardisierten Entwicklungsprozess in der Wertschöpfungskette der Versicherer geben wird, wie es ihn einst in der ursprünglichen Industrialisierung von Produktionsprozessen gegeben hat.
Die positive Resonanz auf die Veranstaltung zeigte, dass sowohl das Motto als auch die Wahl der Beiträge und Referenten das Interesse der Teilnehmer gefunden hatte. Die ALICE Software Service GmbH wird deshalb weitere Tage der offenen Tür zum Erfahrungsaustausch der Versicherungen in ihren weiteren Kundenländern organisieren.

